Ein Treppenlift ermöglicht es Senioren und Menschen mit eingeschränkter Mobilität, ihr gewohntes Zuhause barrierefrei zu nutzen. Doch die Anschaffungskosten können variieren. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles über aktuelle Preise im Jahr 2025, wertvolle Fördermöglichkeiten durch die Pflegekasse und worauf Sie beim Vergleich der führenden Anbieter in Deutschland unbedingt achten sollten.
Die Bedeutung der Barrierefreiheit im eigenen Zuhause
Das eigene Haus ist für die meisten Menschen ein Ort der Sicherheit und Geborgenheit. Doch mit zunehmendem Alter oder durch plötzliche gesundheitliche Einschränkungen können Treppen zu einem unüberwindbaren Hindernis werden. Die Installation eines Treppenlifts ist in solchen Fällen oft die beste Alternative zu einem kostspieligen und emotional belastenden Umzug. Ein moderner Lift gibt nicht nur die Mobilität zurück, sondern steigert auch die Lebensqualität und die Unabhängigkeit im Alltag massiv.
In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Anbietern und technischen Lösungen, die auf fast jede Treppenform zugeschnitten werden können. Ob gerade Treppen, kurvige Verläufe oder sogar Installationen im Außenbereich – die Technik ist heute so weit fortgeschritten, dass nahezu jedes Hindernis überwunden werden kann. Doch bevor man sich für ein Modell entscheidet, steht meist die zentrale Frage im Raum: Was kostet ein Treppenlift wirklich und welche finanziellen Unterstützungen gibt es?
Treppenlift-Kosten: Ein detaillierter Preisüberblick 2025
Die Kosten für einen Treppenlift lassen sich nicht pauschal festlegen, da sie von vielen individuellen Faktoren abhängen. Man muss grundsätzlich zwischen zwei Hauptkategorien unterscheiden: dem geraden Treppenlift und dem Kurvenlift.
Gerade Treppenlifte: Die preiswerte Einstiegslösung
Ein Treppenlift für eine gerade Treppe ist technisch am einfachsten umzusetzen. Da die Schiene nicht an Kurven angepasst werden muss, können hier oft Standardschienen verwendet werden, die lediglich auf die richtige Länge gekürzt werden.
Preise für neue Modelle: In der Regel müssen Sie hier mit Kosten zwischen 2.500 € und 5.500 € rechnen.
Gebrauchte Modelle: Diese sind oft schon ab 1.500 € bis 2.000 € inklusive Montage erhältlich.
Kurvenlifte: Maßarbeit für komplexe Treppenhäuser
Sobald die Treppe eine Kurve beschreibt oder über mehrere Etagen mit Zwischenpodesten führt, wird ein Kurvenlift benötigt. Hier ist jede Schiene eine Einzelanfertigung, die mittels präziser 3D-Vermessung exakt an Ihr Treppenhaus angepasst wird.
Preise für neue Modelle: Die Kosten bewegen sich hier meist zwischen 8.000 € und 15.000 €. Bei sehr komplexen Verläufen über mehrere Stockwerke kann der Preis auch darüber liegen.
Gebrauchte Modelle: Aufgrund der individuellen Schienen sind gebrauchte Kurvenlifte seltener, können aber die Kosten um ca. 20-30 % senken (wobei die Schiene meist trotzdem neu angefertigt werden muss).
Außenlifte: Mobilität im Garten und vor dem Haus
Lifte für den Außenbereich müssen wetterfest und gegen Korrosion geschützt sein. Die Technik ähnelt der von geraden Liften, jedoch sind die Materialien robuster und die Elektronik speziell versiegelt.
Preisspanne: Rechnen Sie hier mit ca. 3.500 € bis 6.500 €.
Staatliche Förderung: Bis zu 4.000 € Zuschuss pro Person
Einer der wichtigsten Aspekte beim Kauf eines Treppenlifts in Deutschland ist die finanzielle Unterstützung durch die Pflegekasse. Gemäß § 40 Abs. 4 SGB XI können Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes bezuschusst werden.
Voraussetzung für den Zuschuss: Der wichtigste Punkt ist das Vorliegen eines anerkannten Pflegegrades (1 bis 5). Sobald eine Pflegebedürftigkeit festgestellt wurde, übernimmt die Pflegekasse bis zu 4.000 € der Kosten für den Einbau eines Treppenlifts.
Besonderheit für Ehepaare: Leben zwei pflegebedürftige Personen im selben Haushalt, können die Zuschüsse kombiniert werden. In diesem Fall verdoppelt sich der Betrag auf bis zu 8.000 €. Da ein einfacher gerader Lift oft kaum mehr als diesen Betrag kostet, kann die Eigenbeteiligung durch diese Förderung extrem minimiert werden. Wichtig ist jedoch: Der Antrag muss unbedingt vor dem Kauf und der Installation gestellt werden!
Weitere Finanzierungsmöglichkeiten und Steuervorteile
Neben der Pflegekasse gibt es weitere Wege, die finanzielle Last zu senken:
KfW-Bank: Über das Programm 455-B "Altersgerecht Umbauen" bietet die KfW oft Investitionszuschüsse oder zinsgünstige Kredite an. Da die Töpfe jedoch jährlich begrenzt sind, sollte man sich hier frühzeitig informieren.
Steuerliche Absetzbarkeit: Ein Treppenlift kann in der Steuererklärung als „außergewöhnliche Belastung“ geltend gemacht werden. Dies kann die Steuerlast am Jahresende spürbar senken, sofern die Kosten die zumutbare Belastungsgrenze überschreiten.
Regionale Förderprogramme: Einige Bundesländer oder Kommunen haben eigene Förderpötte für barrierefreies Wohnen. Es lohnt sich, beim örtlichen Bürgeramt nachzufragen.
Entscheidungshilfe: Neu kaufen, gebraucht kaufen oder mieten?
Jede Option hat ihre Vor- und Nachteile, die man gegen die persönliche Lebenssituation abwägen muss.
Neukauf: Sie erhalten die neueste Technik, volle Garantie (meist 2-5 Jahre) und den besten Service. Dies ist die sicherste Option für eine langfristige Nutzung.
Gebrauchtkauf: Eine exzellente Möglichkeit, Geld zu sparen. Achten Sie darauf, bei einem zertifizierten Fachhändler zu kaufen, der den Lift generalüberholt hat und ebenfalls eine Gewährleistung bietet. Von Privatkäufen ist aufgrund der komplexen Montage abzuraten.
Miete: Dies ist oft nur bei geraden Treppen und einer absehbar kurzen Nutzungsdauer (z.B. nach einer Operation für 6 Monate) sinnvoll. Bei langfristiger Nutzung übersteigen die Mietgebühren schnell den Kaufpreis.
Der Prozess: Von der Beratung bis zur Montage
Der Weg zum eigenen Treppenlift ist strukturierter, als viele denken. Seriöse Anbieter folgen meist diesem Ablauf:
Kostenlose Fachberatung vor Ort: Ein Berater kommt zu Ihnen nach Hause, vermisst die Treppe und prüft die baulichen Gegebenheiten (Tragfähigkeit der Wand/Stufen, Stromanschluss).
Individuelles Angebot: Sie erhalten ein Festpreisangebot, das Montage und Service beinhaltet.
Antragstellung: Sie reichen das Angebot bei der Pflegekasse ein, um den 4.000 € Zuschuss zu sichern.
Produktion & Montage: Nach der Beauftragung wird der Lift gefertigt. Die eigentliche Montage dauert bei geraden Liften meist nur 3 bis 5 Stunden, bei Kurvenliften etwa einen Arbeitstag.
Einweisung: Der Monteur erklärt Ihnen detailliert die Funktionen und Sicherheitsmerkmale des Lifts.